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Kriminell


Ich bin "kriminell"... meinen die Medien, denn ich habe einen "Kampfhund" an der Leine
ich brauch ihn als Waffe, als Selbstbestätigung, will damit nur zeigen, seht her wie toll ich bin !
ich bin "unnormal"... meinen die Bürger, weil ein "normaler" Mensch nie mit so einer "Bestie"

herumläuft, wie kann er nur, ist der verrückt ?

ich bin "asozial"... meinen die Nachbarn, bin Dealer, Junkie, Zuhälter, denn nur Leute aus diesem

Milieu führen "solche" Hunde aus !

ich bin "eine potentielle Gefahr"... meinen die Behörden, besitze die "Bestie" nur zum Kampfe,
ich mache ihn "scharf", trainiere ihn hart und hoffe nur, dass er sich paart.

ich bin ein "Außenseiter"... meinen die Anderen, wie DER schon aussieht, lange Haare, tätowiert,
Lederjacke, unrasiert ! Bestimmt ist DER auch vorbestraft, Kinder, Rentner aufgepasst !

ich bin Dir dankbar... meint der Hund an meiner Leine, weil Du trotzdem mit mir Gassi gehst,
mich streichelst, fütterst und berührst mir Liebe schenkst und mir vertraust

ich bin doch "nur" ein Hund mit "falscher" Rasse !

...und deshalb bin ich gerne ein krimineller, asozialer, potentiell gefährlicher Außenseiter

 

Er ist mein drittes Auge, das über die Wolken blickt, mein drittes Ohr, das über die Winde lauscht.
Er ist der Teil von mir, der sich bis zum Meer erstreckt. Wie er sich an meine Beine lehnt,
beim leisesten Lächeln mit dem Schwanz wedelt, seinen Schmerz zeigt, wenn ich ohne ihn ausgehe,
all das sagt mir tausendmal, daß ich der einzige Grund seines Daseins bin.

Habe ich Unrecht, verzeiht er mir mit Wonne. Bin ich wütend, bringt er mich zu lachen.
Bin ich glücklich, wird er vor Freude fast verrückt. Mache ich mich zu Narren, sieht er darüber hinweg.
Gelingt mir etwas, lobt er mich.

Ohne ihn bin ich ein Mensch unter vielen. Mit ihm bin ich stark. Er ist die Treue selbst.
Er lehrt mich die Bedeutung der Hingabe. Durch ihn erfahre ich seelischen Trost und inneren Frieden.

Er lehrt mich verstehen, wo vorher meine Ignoranz war. Sein Kopf auf meinem Knie heilt meine menschlichen

Schmerzen. Seine Gegenwart schützt mich vor Dunkelheit und Unbekanntem. Er versprach auf mich zu warten,

wann und wo auch immer, denn ich könnte ihn ja brauchen.
Und ich brauche ihn - wie schon immer. Er ist eben mein Hund.